Amrum I
(FN: Frufru, ZfdP: Farina)
geb.: 2. Juni 1986, † 29. November 2011
v. Fasolt a.d. Prictoria v. Marmor
Holstein, Hauptstutbuch, 1,65m Stm
Sie kam Ende 1990 zu uns, als ihr erstes Fohlen gerade abgesetzt war. Mit Amrum I wurde unsere Vorliebe für das Holsteiner Springblut geweckt, denn ihr Kampfgeist und auf die andere Seite vom Sprung zu wollen, war schon einmalig. Nach Turnierkarriere und 9 Fohlen konnte sie ihre Rente noch einige Jahre bei bester Gesundheit genießen, bevor sie wegen eines Altersleidens Ende 2011 einge- schläfert werden mußte. Sie war 21 Jahre in unserem Besitz und wird immer in unserer Erinnerung bleiben.
Abstammung: Amrum I stammte von Fasolt, einem der besten Farnese Söhne. Farnese war einer der letzten reingezogenen Hol- steiner überhaupt. Fasolt gab immer sehr viel Springvermögen mit, wie z.B. an seinen international höchst erfolgreichen Sohn Sanyo Technology unter Harvey Smith-GBR. Fasolt's Mutter ist eine Tochter der Silva, die auch Großmutter des Springpferdevererbers Moltke I war. Fasolt war lange in die USA verpachtet und dort ein gefragter Vererber, ehe er vom Verband wieder zurückgeholt wurde. Leider ist die F-Linie in Holstein mittlerweile in männlicher Linie sehr rar, obwohl sie direkt auf den großen Springpferdevererber Tobias v. Achill zurückgeht. Um so wertvoller ist dieses Blut auf der Mutterseite. Man bezeichnet die F-Linie auch als Träger des Holsteiner Springblutes. Früher weit verbreitet, existiert heute nur noch der Tobias-Favorit-Fanal-Zweig, der schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr, sehr viele internationale Springpferde hervorbrachte (Egly, Friderikus, Fürstin, Winzige, Bianca, Nemo, Baden, Original Holsatia, usw).
Die Mutter von Amrum I, Prictoria, hatte 18 Fohlen, die bis S-Springen und M-Dressur erfolgreich sind. Prictoria's Vater Marmor war selbst unter Peter Mohr in der Dressur siegreich bis Grand Prix, wobei er auch beachtlich springen konnte. Erst wenig genutzt, da er einer der ersten Hengste war, die wegen des Sporteinsatzes über künstliche Besamung eingesetzt wurden, erhielt er 1984 nochmals eine Chance in Sieth- wende. Doch kurz darauf verunglückte er bei einem Autounfall tödlich. Sein Vater Marengo, siegreich in S-Springen, hatte ein gewaltiges Springvermögen und gab dieses auch an seine Nachkommen weiter. Leider wurde er zu früh ins Rheinland verkauft.
Urgroßvater Rhadames ist ein Sohn des Ramiro Vaters Raimond und bringt damit das begehrte Blut von Ramzes x .
Weitere Informationen zu den Hengsten der Abstammung: ►►►►hier

Eigenleistung: Amrum I war im Parcours extrem leistungsbereit, eine richtige Springmaschine, die, wenn man nicht schnell genug war, einfach über den nächsten Sprung setzte. Sehr, sehr vorsichtig und mit ganz viel Vermögen. Da Springen schon immer für sie selbst- verständlich war, hat sie ihre Turnierkarriere leider durch einen Sprung aus der Außenbox, verbunden mit einer schlimmen Bän- derverletzung 1994 vorzeitig beendet, nachdem sie gerade ihr erstes S-Springen mit einem Fehler gegangen war. Mein Neffe Alexander konnte später mit ihr noch erste Turniererfahrungen in Springreiter- wettbewerben und E-Springen sammeln, bevor sie in die Zucht ging.
Turniererfolge: 6 jährig bis M* Springen und 7jährig bis M** (1,40m) platziert.
Mutterstamm: 8819
Dies ist ein Stamm mit einer sehr hohen Leistungsdichte. Die erste Stute wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts in Oldenburg registriert. Aus diesem Stamm kommen viele internationale Sport- pferde bis zur höchsten Klasse und gekörte Hengste. Mehr Informationen zum Mutterstamm und die Erfolge der direkten Verwandten: ►►►►hier
Stutenstamm bei Paardenfokken
Vererbung: Alle Nachkommen von Amrum I zeichnen sich durch extreme Vorsicht, sehr, sehr viel Vermögen, Technik, Einstellung und Springwillen aus, d.h. man braucht ihnen das Springen nicht beibringen - sie können es einfach. Das zeigen sie auch mit entsprechenden Springerfolgen. Das Anreiten ist problemlos und Springen ist sozusagen ihr täglich Brot. Dazu sind sie schick, leicht zu händeln und mit dem richtigen Schuß Selbstbewußtsein. Die Grundgangarten sind sehr gut mit raumgreifender Bergaufgaloppade. Sie sind alle im Springsport sehr erfolgreich.